Agri-PV Projekt - 

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Der Landwirtschaftsbetrieb bioschmid gmbh in Gelfingen im Kanton Luzern hat eine Agri-Photovoltaik Pilotanlage über einer Himbeeranlage gebaut.

Drei verschiedene Agri-Photovoltaik (Agri PV) Systeme sind über einer bestehenden Himbeerkultur zu installiert worden. Dabei wird als Hauptnutzen für den Landwirtschaftsbetrieb eine Verbesserung von Ertragsmenge und -qualität der Beerenproduktion durch Beschattung und Witterungsschutz der Himbeeren angestrebt sowie als Zusatznutzen die Erzeugung und der Verkauf von Solarstrom.

Es ist die erste Agri-Photovoltaik Anlage dieser Grösse in der Schweiz und eine Fortsetzung der bisherigen Forschungsprojekte. Der Vergleich von drei verschiedenen Systemen am selben Standort ist einzigartig.

Während der Bau von Solaranlagen über Landwirtschaftsland als Zweitnutzen in unseren Nachbarländern und vielen Regionen der Welt bereits seit Jahren Praxis ist, wird dies in der Schweiz erst ganz neu ab Sommer 2022 dank einer Anpassung der Raumplanungsverordnung möglich.
Im Wallis werden bereits Solarpaneele als Beschattungs- und Schutzelemente in Kombination mit einem Witterungsschutz über Erdbeeren und Himbeeren getestet. Diese Agri-Photovoltaik Anlagen sind im Forschungsrahmen angelegt und umfassen kleinere Flächen.

Damit die Entwicklung der Agri-Photovoltaik in der Schweiz weiter vorangetrieben werden kann, müssen jetzt neue Entwicklungen in einem grösseren Massstab in der produzierenden Landwirtschaft auf ihre Praxistauglichkeit überprüft und weiter optimiert werden. 

Die Ausgangslage dieses Pilotprojekts ist ideal für die Erforschung und Entwicklung einer tauglichen und kostengünstigen Lösung für eine breitere Anwendung von Solaranlagen in der Landwirtschaft. Zwei Forschungsinstitute sind am Projekt beteiligt.

In Zusammenarbeit mit der Forschungsanstalt Agroscope Conthey wird die Eignung von drei verschiedenen Agri-Photovoltaik Systemen als Witterungsschutz für Beeren erforscht. Die Agri-PV Pilotanlage leistet mit dieser ökologischen und nachhaltigen Stromproduktion auch einen Beitrag zur Energiewende. So können jährlich rund 500'000 kWh Solarstrom produziert werden, was den Strombedarf von ca. 110 Haushalten deckt. Die Berner Fachhochschule erforscht das Spannungsfeld zwischen der Ausrichtung auf den Himbeeranbau und der Optimierung für die Stromproduktion.
Mit unserer Agri-Photovoltaik Anlage sammeln wir wertvolle Erfahrungen. Dadurch können für die Praxis verbesserte und kostengünstigere Anlagen entwickelt werden. Dieses Pilotprojekt dient als Anschauungsmaterial sowohl für interessierte als auch für kritische Kreise. 

Die Erstellung und der Anschluss einer Agri-Photovoltaik Anlage sind im Vergleich zu Anlagen an oder auf Gebäuden teurer.

Agri-Photovoltaik Anlagen benötigen eine starke und hohe Struktur, unter der die landwirtschaftlichen Arbeiten ohne grosse Einschränkungen ausgeführt werden können. Die Teilanlagen, die teilweise eigens für das Pilotprojekt entwickelt werden, kosten mehr als eine fertige konventionelle Anlage auf dem Dach. Zwei der Agri-PV Anlagen haben bewegliche Elemente, mit welchen sich die Verschattung der landwirtschaftlichen Kultur regulieren lässt. Die Forschungsarbeiten sind ein weiterer wichtiger Teil des Projekts, der finanziert werden muss. Der notwendige Ausbau des Netzes, der Netzanschluss sowie die vorgeschriebenen Sicherheitseinrichtungen verursachen ebenfalls hohe Kosten.
Die Finanzierung der Agri-Photovoltaik Anlage besteht aus drei Elementen:
Amortisierbare Investitionssumme, errechnet durch den Solarrechner (Swissolar), vergleichbar mit einer Anlage an oder auf einem Gebäude
Rabatte und Eigenleistungen der Projektpartner
Finanzielle Beiträge von Institutionen an die nicht amortisierbaren Mehrkosten des Pilotprojekts

Verschiedene Institutionen und Stiftungen unterstützen das Agri-Photovoltaik Pilotprojekt: Pilot- und Demonstrationsprogramm des Bundesamts für Energie, Fondation Sur-La-Croix, Swisslos (Beitrag an die Forschung), Fondation Valery und eine weitere Stiftung.

An diesem Pilotprojekt sind sechs Betriebe und Institute beteiligt.

bioschmid gmbh, Landwirtschaftsbetrieb
Oberfeld Energie GmbH, Entwicklung und Vertrieb Solaranlagen
Insolight SA, Entwicklung und Vertrieb Solaranlagen
Megasol Energie AG, Entwicklung und Vertrieb Solaranlagen
Berner Fachhochschule, Forschung Photovoltaik
Agroscope, Forschung Agronomie

©megasol

Im Januar 2023 ist die Baubewilligung für die Agri-Photovoltaik Anlage eingetroffen. Der Bau der ersten Anlage hat Mitte März 2023 begonnen. Die ersten beiden Anlagen liefern seit Juni 2023 Strom. Die Himbeeren sind bereits im 2023 darunter gepflanzt worden. Die Fertigstellung und die Inbetriebnahme der dritten Anlage sind im Frühling 2024 realisiert worden. Ab 2024 hat die Forschungsphase von drei Jahren begonnen.

©bioschmid

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Zuerst wurden die Gräben ausgehoben und die Rohre verlegt, welche für den Anschluss an das Stromnetz notwendig sind. Darauf folgte der Netzanschluss und der Einbau der nötigen Sicherheitsvorrichtungen. Die erste Agri-PV Anlage der Firma Insolight ist per Ende Mai weitgehend fertiggestellt und die Himbeeren sind bereits unter die Anlage gepflanzt worden. Der Anlageteil "Agriverti" der Oberfeld Energie GmbH ist mit Beginn der Ernte fertig erstellt worden. Die weitere Agri-Photovoltaik Anlage "Agrotrack" von Megasol Energie AG ist im Frühjahr 2024 gebaut worden. Die Forschung beginnt ab 2024 und wird bis Ende 2026 fortgesetzt.

Die Projektpartner werden interessierte Landwirt*innen und die Öffentlichkeit regelmässig über die Ergebnisse des Agri-Photovoltaik Pilotprojekts bioschmid informieren. Am Samstag, den 22 Juni 2024, findet der Tag des offenen Beerenfeldes statt.

Kontakt: agri-pv@bioschmid.ch

Agri-PV Partners:

Logo bioschmid gmbh
Logo Oberfeld Energie GmbH
Logo Insolight
Logo megasol
Logo Berner Fachhochschule
Logo Agroscope

Das Agri-PV Projekt wird unterstützt u.a. von:

Logo Bundesamt für Energie
Logo Swisslos Kanton Luzern
Fondation Sur-la-Croix
Fondation Valery

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